So pflegst Du dein SUP-Board damit es lange lebt
Eure SUPs richtig vor der Hitze & UV-Strahlung schützen !!!
Stand Up Paddle (SUP) Boards – besonders Inflatables (iSUPs), aber auch Hardboards – sind extrem hitze- und sonnenempfindlich. Wenn die Temperaturen steigen, kann direkte Sonneneinstrahlung das Board irreparabel beschädigen.
Hier sind die wichtigsten Tipps, wie du dein SUP effektiv vor Hitze schützt:
1. Das Hauptproblem bei iSUPs: Der Druckausgleich
Ein aufgepumptes Inflatable verhält sich in der Sonne wie eine geschlossene Chipstüte: Die Luft dehnt sich bei Wärme massiv aus.
Die Gefahr: Der Innendruck steigt weit über das zulässige Maximum (meist 15 psi). Im schlimmsten Fall platzen die Nähte (Drop-Stitch), das Board schlägt Blasen oder verzieht sich komplett.
Die Lösung: Wenn du das Board am Strand oder auf der Wiese ablegst, lass unbedingt etwas Luft ab (ca. 2–3 psi weniger). Sobald du wieder aufs Wasser gehst, pumpst du es kurz nach, da das kalte Wasser die Luft im Board wieder komprimiert.
2. Der richtige Lagerplatz an Land
Lass dein Board niemals für längere Zeit in der prallen Sonne liegen.
Schatten suchen: Lege das Board unter Bäume, Sonnenschirme oder decke es mit einem hellen Handtuch ab.
Richtig herum hinlegen: Wenn kein Schatten da ist, lege das Board mit der Finnen- bzw. Unterseite nach oben. Die Oberseite (das Deckpad) ist meist dunkel und weich. Es absorbiert die Hitze extrem stark, wodurch sich der Kleber unter dem EVA-Schaumstoff lösen kann. Die meist hellere Unterseite reflektiert das Licht etwas besser.
3. Die „Todesfalle“ Auto
Ein geparktes Auto wird im Sommer schnell zum Ofen, in dem Temperaturen von über 60°C entstehen.
Niemals aufgepumpt im Auto: Lagere ein aufgepumptes Board niemals in einem geschlossenen Fahrzeug.
Auch zusammengerollt gefährlich: Selbst ein komplett luftleeres, zusammengerolltes Board leidet unter extremer Hitze im Kofferraum. Der Kleber an den Nahtstellen kann schmelzen, wodurch das Board beim nächsten Aufpumpen undicht wird.
4. Schutz vor UV-Strahlung
Nicht nur die Hitze, sondern auch die UV-Strahlen schädigen das Material (PVC oder Epoxidharz). Sie machen den Kunststoff spröde und lassen die Farben ausbleichen.
UV-Schutz-Sprays: Es gibt spezielle Pflegemittel für PVC (z. B. im Schlauchboot- oder SUP-Zubehör), die wie eine Sonnencreme fürs Board wirken und das Material geschmeidig halten.
Auf dem Wasser kühlt das Wasser das Board!
Damit dein SUP-Board viele Jahre lang die Form behält, die Farben frisch bleiben und das Material nicht spröde wird, braucht es ein bisschen Zuwendung. Keine Sorge, der Aufwand hält sich in Grenzen – die richtige Routine nach dem Paddeln entscheidet.
Die Pflege-Routine
Hier ist die einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung für die richtige Pflege:
1.Süßwasser-Dusche: Direkt nach dem Paddeln.
Spüle das Board gründlich mit klarem Süßwasser ab. Das ist besonders nach dem Einsatz im Salzwasser oder in nährstoffreichen Seen wichtig, um Salzfeinschnitt, Algen und Sand aus den Ritzen (vor allem rund um den Finnenkasten und das Ventil) zu entfernen.
2.Richtig trocknen lassen: Vor dem Einpacken.
Wische das Board mit einem weichen Tuch ab oder lass es im Schatten trocknen. Niemals prall aufgepumpt in der prallen Sonne trocknen lassen! Die Luft im Inneren dehnt sich bei Hitze massiv aus, was zu extremem Überdruck und im schlimmsten Fall zum Platzen der Nähte führen kann.
3.Schonend rollen: Das Verpacken.
Wenn du das Board zusammenlegst, entferne die Finnen und rolle es locker von der Nase (Bug) in Richtung Ventil auf. So kann die restliche Luft komplett entweichen. Knicke das Board nicht gewaltsam, um Knickstellen im PVC-Material zu vermeiden.
4.Der richtige Lagerort: Für die Pause.
Lagere das Board an einem trockenen, schattigen und frostfreien Ort (Keller, Garage oder Dachboden). Wenn du den Platz hast, ist es für das Material am schonendsten, das Board leicht anpustet (so dass es Form hat, aber keinen Druck) flach oder hochkant zu lagern. Im Rucksack sollte es nur komplett trocken überwintern.
Wenn dein Board schleichend Luft verliert, ist das meistens kein Weltuntergang. Ein kleines Loch oder eine undichte Naht lassen sich mit dem Reparaturset (das bei Premium-Boards wie Stemax standardmäßig im Lieferumfang ist) hervorragend selbst flicken.
Wichtig ist hierbei absolute Geduld – der Kleber braucht Zeit zum Abbinden.
Wie finde ich ein kleines Loch im SUP Board und wie repariere ich es richtig mit dem Reparaturset?
Schritt 1: Das Loch aufspüren (Der Spülmittel-Trick)
Kleine Löcher sieht man mit bloßem Auge oft nicht. Geh stattdessen so vor:
- Board aufpumpen: Bring das Board auf einen moderaten Druck (ca. 5–8 PSI reichen völlig, es muss nicht steinhart sein).
- Seifenwasser anmischen: Mixe in einer Sprühflasche oder einem Eimer Wasser mit einer ordentlichen Portion Spülmittel oder Duschgel.
- Board einreiben: Bestreiche das Board abschnittsweise mit dem Schaumwasser. Konzentriere dich zuerst auf die Kanten (Nähte) und den Bereich rund um das Ventil, da hier die meisten schleichenden Undichtigkeiten entstehen.
- Auf Blasen achten: An der undichten Stelle entsteht sofort ein kleines Nest aus Seifenblasen, oder es schlägt größere Schaumkronen.
- Markieren: Wische die Stelle trocken und markiere das Loch kreisrund mit einem wasserfesten Stift oder einem Stück Kreide. Lass die Luft danach komplett aus dem Board ab.
Schritt 2: Das Loch richtig reparieren
1. Fläche vorbereiten: Sehr wichtig für den Halt.
Die Stelle rund um das Loch muss absolut sauber, fettfrei und trocken sein. Reinige den Bereich gründlich. Reiniger auf Alkoholbasis (Isopropylalkohol) eignet sich perfekt. Verwende kein Aceton, da es das PVC anlöst.
2. Flicken zuschneiden: Ecken abrunden.
Schneide aus dem PVC-Streifen deines Reparatursets einen passenden Flicken aus. Er sollte das Loch an allen Seiten um mindestens 2 bis 3 cm überragen. Runde die Ecken des Flickens unbedingt kreisrund ab – eckige Kanten lösen sich später viel zu leicht ab.
3. Kleber auftragen: Beidseitig arbeiten.
Trage den SUP-Kleber (oft Polyurethan-Kleber) sowohl auf den Flicken als auch auf die markierte Stelle am Board dünn und gleichmäßig auf. Verwende dafür einen kleinen Pinsel oder die Rückseite eines Messers.
4. Ablüften lassen: Der Profi-Trick.
Lass den Kleber auf beiden Seiten ca. 3 bis 5 Minuten ablüften, bis er sich fast trocken anfühlt und keine Fäden mehr zieht. Wenn du die Flächen jetzt zusammenfügst, hält es wesentlich besser, als wenn der Kleber noch völlig flüssig ist.
5. Fügen und anpressen: Kraft entscheidet, nicht die Dauer.
Lege den Flicken faltenfrei auf das Loch. Presse ihn nun mit maximalem Druck von der Mitte nach außen fest. Nutze dafür einen harten Gegenstand (z. B. die Rückseite eines großen Löffels, eine kleine Walze oder einen stumpfen Roller), um alle Luftblasen herauszustreichen.
6. Aushärten lassen: Mindestens 24 Stunden.
Lege ein glattes Brettchen und ein schweres Gewicht (z. B. einen dicken Werkzeugkoffer oder Gewichtsscheiben) auf den Flicken. Lass das Board mindestens 24 Stunden im platten Zustand ruhen, bevor du es wieder aufpumpst. Der Kleber benötigt diese Zeit, um sich chemisch komplett mit dem Board-PVC zu verschweißen.
Besonderheit Ventil: Wenn die Blasen direkt aus dem Gewinde des Ventils kommen, ist meistens kein Loch schuld. Oft hat sich das Ventil im Laufe der Zeit nur minimal losgedreht. Nimm den schwarzen Ventilschlüssel aus der Reparaturdose, setze ihn bei komplett leerem Board in die Rillen des Ventils und drehe es im Uhrzeigersinn handfest nach. Das löst 90 % aller Ventil-Undichtigkeiten im Handumdrehen!